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Schwarzes Meer


Ein Donnern riss mich aus dem Traum

Ganz dunkel und eng war der Raum 

Und kein Leuchten erhellte die stürmische See


Erloschen das helfende Licht

Der Turm, nein, er leuchtete nicht

Und die Panik die sickerte von Luv bis Lee


Der Himmel so schwarz wie das Pech

Wer immer sich grad an uns rächt

Hab Erbarmen mit mir,

Denn meine Liebste sie wartet

Im Hafen auf mich

Und ich 

Versprach ihr sehr

Das gütige Meer

Führ` mich wieder zu Ihr her


Ihr Götter der Meere habt acht

Als ob grad die Hölle erwacht

Sind Dämonen der Meere gar stärker als ihr?

Wenn jetzt schon der Leuchtturm erlischt,

Greift nach uns die teuflische Gischt

Wer betete jemals mehr zu euch, als wir.


Das Meer ist so schwarz wie die Nacht

Es kreischt und der Kraken, er lacht

Über unsere Pein

Wird es wirklich so sein

Dass die Liebste dort im Hafen steht

Und niemals wieder

Hand in Hand mit mir 

Zu uns nach Hause geht?


Da fährt ein Blitz durch die Nacht

Entlädt sich in Kiefern 

Am Rande der Küste und steckt dort den Himmel in Brand

Der Steuermann mit letzter Kraft

Dreht bei, die Klippe ist fast geschafft, 

Doch die Zähne des Riffs reißen sich in des Schiffes Wand.


Es poltert und kracht, fliegt herum

Meine Rettung: Ein leeres Fass Rum

Dass ich in der Umklammerung hielt

Als wär‘s meine Liebste,

die ich im Hafen wieder fand

Und als ich die Augen auf tat

Saß sie an meinem Bett

Und hielt mich weinend bei der Hand



keine krallen

 

es geht mir gut, ich blute kaum vom leichten fallen,

ein schwindel nur der dreht noch nach,

vom orkan, der mich in weichen bögen weiter nach oben dreht.

 

wenn ich euch von oben sehe allein,

wie ihr leise in ärmel weint

 

und oben kann ich allein im leichten rausch der Lüfte feiern,

bin ich durch einen großen, blauen saal ins licht getaucht

tanzen zu ende, dreh mich aus

 

INTRO

 

ich sinke ab und lande ein vom sturm der schwindet,

die krume nah der himmel flieht,

keine flügel da zum bremsen, keine krallen für den halt.

 

ihr steht nur herum, ihr fühlt es gern,

wenn ich als einer bei euch bin.

 

und oben war ich allein im leichten rausch der Lüfte feiern

war wie durch einen großen, blauen saal ins licht getaucht

tanzen zu ende, dreh mich aus

 

Copyright M. Middelhauve

 


Gestern Nacht

 

Du hast dich gestern Nacht,

relativ unbemerkt,

in meine Träume eingeschlichen.

Ganz reglos standest Du da,

gegenüber von der Bar,

als wärst Du gar nicht hier.

 

Du hast dich gestern Nacht,

relativ unbemerkt, 

in meine Träume eingeschlichen.

Du trugst ein blaue Kleid,

es wirkte etwas weit,

hast Du abgenommen

wegen mir?

 

Ich merkte nur, ich sprach wohl etwas laut,

doch Du hast nicht ein Mal zu mir geschaut

und meine schicke Brille,

mit LED-Beleuchtung,

war mir plötzlich ganz schön peinlich

 

Du hast dich gestern Nacht,

relativ unbemerkt,

in meine Träume eingeschlichen.

Es schien, Du warst allein,

ein Bajazzo kam herein

und gab Dir einen Fliegenpilz.

 

Du hast dich gestern Nacht,

relativ unbemerkt,

in meine Träume eingeschlichen.

Du wirktest etwas bleich,

das Mondlicht auf dem Teich

war Dein Ebenbild.

 

Und lächeltest ganz leise vor dich hin,

als wenn Du gerade an was schönes denkst, 

vielleicht an mich,

doch wie komm ich nur darauf,

mir sowas anzumaßen?

 

Du hast dich gestern Nacht,

relativ unbemerkt ,

in meine Träume eingeschlichen.

und auf dem gleichen Weg,

auf einem schmalen Steg,

balanciertes Du hinaus.

 

Du hast dich gestern Nacht,

relativ unbemerkt,

aus meinen Träumen rausgeschlichen.

Winkte Dir noch hinterher,

der Traum war plötzlich leer

und ich sagte noch:

Mach’s gut.

 

Copyright M. Hanses


Kryogenes Herz

 

Tief versteckt im alten Eis

vieler Winter Zeit,

Schicht um Schicht legte sich weiß,

das, was nicht bereit.

Ließ es schneien Tag um Tag,

rohe Winterpracht,

wo die Kälte überlag,

Feuer nicht entfacht.

 

Wo die Hände einst verbrannt,

jedes Feuer flieht,

und der Kälte dreister Bann,

nichts ins Herze zieht.

Wählte Eises taubes Grau,

fühlte keinen Schmerz.

Festes, zeitenloses Blau,

Kryogenes Herz

 

Und ein Lichtstrahl bricht den Bann

meiner Einsamkeit.

1000 Sonnen sagen dann:

Ja, es ist soweit.

Wecken mich mit grüner Glut

Deiner Augen Kraft.

Wie der Frühlingsschmelze Flut

neues Leben schafft.

 

Und es bricht der alte Schwur

meines Panzers Macht.

Dabei hattest Du doch nur

warm und leis’ gelacht.

Dieser engelsgleiche Ton,

Augen in Phalanx,

trieb den Berg aus Eis davon,

nahm mir jede Angst.

 

Was die starre Steifheit brach,

war der Liebe Lauf.

Und so tauten nach und nach

taube Glieder auf.

Und ich spüre heißes Blut,

durch des Lebens Bahn,

sagt mir: Es wird alles gut.

Das hast Du getan.

 

Und ein Lichtstrahl bricht den Bann

meiner Einsamkeit.

1000 Sonnen sagen dann:

Ja, es ist soweit.

Wecken mich mit grüner Glut

Deiner Augen Kraft,

wie der Frühlingsschmelze Flut

neues Leben schafft.

 

Copyright M. Hanses

 


 

Ana

 

am ernsten ende strickst du noch | die farben auf dem tisch gedeckt | zeig her

geraucht und rausch ein aschetopf | wer schiebt dich aus der tür verdeckt | gib auf

drei winkel nur in reih` und glied | schon wieder hundertmal geblickt | verdammt

die bleiben da, sind gut versteckt | und warten ohne wimpernschlag | schneid ab

 

 

rück auf seite | ana | deine linie bricht | das sind doch tricks

flucht alleine | ana | als punkt nur von hier | und auch nur jetzt

 

 

herr schneider stöhnt und riecht ihn an | hat`s siebenmal ihm schon gesagt | hör weg

linsen zeigen klar und glas | zu schmal ist deine küchenwand | hau weg

schleichst dich her mit einem blick | vergehst beleidigt hinterm lid | klick klick

wartest dann als ob was wär’ | ana, sagen kannst du nichts ... | hör zu

 

 

rück auf seite | ana | deine linie bricht | das sind doch tricks

flucht alleine | ana | als punkt nur von hier | und auch nur jetzt

 

 

nur ich bin fest und du bist kino | sogar mit spätem blick ... | gib auf

ein film mit türe kenn’ ich nicht | wer tanzt denn hier das bin ja ich | und los!

mit augen meine welt verdreh’n | vergessen wo die schnecke schläft | es drück

 

wer tanzt denn hier das bin ja ich | wer tanzt denn hier das bin ja ich | und los ...

 

 

rück auf seite | ana | deine linie bricht | das sind doch tricks

flucht alleine | ana | als punkt nur von hier | und auch nur jetzt

 

Copyright M. Middelhauve


am finger
 
als er wie sie noch im rudel war | noch frisch und neu und teuer
blasser anzug blauer schlips - gib mir bitte feuer
tut er so als ob ers wär | oder auch sein bruder
eingefrorn im stehn jetzt rum | die haut ist wie aus puder.
-
nie mehr , nie mehr - war . er . neu
nie mehr, nie mehr - ganz wach
nie mehr, nie mehr - war . er . hier
nie mehr, nie mehr am finger
-
allmählich steht er wie allein | hat kleber an den füssen
winkt erstarrt in farbe hinterher | wird ewig wen schon grüssen
die uhr zeigt immer zehn nach zwei | die ham sie so gegossen
flüssig mal zum stehen jetzt | ins denken eingeschlossen.
-
nie mehr , nie mehr - war . er . neu
nie mehr, nie mehr – ganz wach
nie mehr, nie mehr – war . er . hier
nie mehr, nie mehr am finger
-
staub und sowas kommt jetzt nach | die schichten bleiben kleben
jetzt löst er sich geht an den rand | und macht als wärs sein leben
die hose auf und lässt es gehen | als wär sie nicht geschlossen
und schaut mich an im maßstab nur | augen mal geschlossen.

Copyright M. Middelhauve


Terroristen

 

Terroristen nisten
dann und wann nebenan.

Wann sie schlafen, wann sie wachen,
wann sie schlimme Dinge machen,
das wissen nur die Terroristen.

 

Terroristen nisten
dann und wann nebenan.

Wann sie betten,
sich zum Schlafe,
zähl'n sie Bomben oder Schafe,
das wissen nur die Terroristen.

 

Terroristen nisten
dann und wann nebenan.

wann sie kommen, oder
wann sie gehen
und dem Tod ins Auge sehen,
das wissen nur die Terroristen.

 

Terroristen nisten
dann und wann nebenan.

Kannst du sie sehen?
Kannst du sie hören?
Sie sind beim Nachbarn,
ich könnt es schwören,
das wissen nur die Terroristen.

 

Terroristen nisten
dann und wann nebenan.
Der in der Nacht über mich wacht,
bei Tag mich überwacht.
das wissen nur die Terroristen.

 

Copyright S. Schadt


Apokalypse und Weltuntergang
 
Erde bebt, Erde bricht,
brech am Ende gar ich,
der nicht nur aus Fleisch und Blut,
sondern auch aus Kalzium besteht?
Sag mal einer was hier vor sich geht.
Wasser kocht, Wasser steigt,
welcher Gott hat das vergeigt?
Die Fluten richten jetzt auch die Guten. Ist das gerecht?
sag mir: War’n wir wirklich so schlecht?
 
Das Ende der Welt und ich, der Dich in seinen Armen hält.
Am Ende der Zeit und ich, für Deinen letzten Kuss bereit.
 
Feuer tobt, Feuer brennt,
nenn mir einen, der jetzt nicht flennt,
doch die Tränen der Welt können das Feuer der Apokalypse nicht wirklich löschen.
So vieles so brennend bereut, noch auf so viel so glühend gefreut
und vor Panik keine Zeit, zu überreißen,
was war schlecht, was war gut,
alles verschmilzt in der Glut.
 
Das Ende der Welt und ich, der Dich in seinen Armen hält.
Am Ende der Zeit und ich, für Deinen letzten Kuss bereit.
 
Die Luft ist so toxisch, so stickig, so schlecht,
es japst nur ein jeder wie Karpfen, wie Hecht,
es flimmert und Asche und Staub tanzen für uns den Endzeitblues.
Die Hand vor die Nase, die Hand vor den Mund,
es riecht nach Schwefel und so ungesund, mir ist schlecht,
nie hat man eine Kotztüte dabei, wenn die Erde mal untergeht.
 
Das Ende der Welt und ich, der Dich in seinen Armen hält.
Am Ende der Zeit und ich, für Deinen letzten Kuss bereit.
 
Endzeit, Auszeit, Neubeginn, nicht bereit, Schlusspunkt, Kussmund,
Sand ohne Getriebe und alles was bleibt
alles was bleibt
ist die Liebe.
 
Das Ende der Welt und ich, der Dich in seinen Armen hält.
Am Ende der Zeit und ich, für Deinen letzten Kuss bereit..

Copyright M. Hanses


7
4 Elemente und 3-Faltigkeit sind Vollkommenheit, sind 7
Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn sind 7
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag sind 7
Chris, Calvera, Vin, Bernardo, Lee, Chico und Britt sind glorreiche 7
 
Doch was ich wirklich komisch find',
ist dass in 7 nur 6 Buchstaben sind.
 
Palatin, Kapitol, Quirinal, Viminal, Esquilin, Caelius und Aventin sind 7
Thales, Pittakos, Bias, Solon, Kleobulos, Myson und Chilon sind 7
Kambei, Katsuhiro, Shichiroji, Gorobei, Heihachi, Kyuzo und Kikuchiyo sind 7
Doc, Sneezy, Happy, Sleepy, Grumpy, Bashful und Dopey sind 7
 
Doch was ich wirklich komisch find',
ist dass in 7 nur 6 Buchstaben sind
 
7Schläfer, regnet's schon?
7ter Sohn vom 7ten Sohn
tanzen 7 Samurai
in 7meilenstiefeln an uns vorbei
 
blue-7even, sub 7even, 7even-up, 7even-eleven, Nexus 7even, Pro7, Windows7 sind 7
Stolz, Geiz, Wollust, Neid, Völlerei, Zorn und Trägheit sind 7
Adam, Johannes, Joseph, Idris, Aaron, Mose und Abraham sind 7
Glaube, Liebe, Hoffnung, Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung sind 7
 
Doch was ich wirklich komisch find',
ist dass in 7 nur 6 Buchstaben sind
 
7 Sachen pack ich ein
will in 7Bürgen sein
7 Brücken, das gibt Sinn
und noch 7 Berge bis dahin
 
S, I, E, B, E, N - 7 - 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
Lam, Vam, Ram, Yam, Ham, Ksham, Om
 
7Schläfer, regnet's schon?
7ter Sohn vom 7ten Sohn
tanzen 7 Samurai
in 7meilenstiefeln an uns vorbei

Copyright M. Hanses


haus da
 
in dem haus da da wohn ich im kopf seit jahren
seh`ein solches selbst – bin vorbeigefahren
lebe so ein leben glaube nichts davon
dass ich außen bin dass ich da drinnen bin
 
In dem block da da, dort wo die fenster glüh’n
wo die gänse über handymasten heimwärts zieh’n
seh‘ mich selbst da stehen, oberster balkon
der da die wäsche faltet, der die kippe raucht.
 
dass es groß ist, ein taubes mich zu sein
dass es so groß ist auch mal euch zu sein
dass es groß ist am ende schick zu sein -
ganz ohne bilder, mitten im getümmel :||
 
jetzt klingst du schon als ob wir schlauer wären
wenn ich mal denken könnt wer wir alles wären
was wir hätten was wir täten
was ich ganz alleine auch mal ohne mich so fänd.
 
Jetzt schmeckst du schon, als ob die suppe dampft
aus dem kochbuch da selbst zusammen gestampft
was wir experimentierten ausprobierten,
von der fremden tapete inspiriert.
 
dass es klein ist, und so gemütlich riecht
dass es so klein ist und auch das licht ist an
dass es klein ist am anfang nackt zu sein -
fast schon gehäkelt, mitten im getümmel :||
 
doch sollen wir da rein wo ich lüften muss
wo die bücher riechen wo das leder lebt
ich werfe ohne zielen erstmal gläser an die wand
damit du atmen kannst damit`s mal weiter geht.
 
Oder sind wir grad dazwischen, wo nichts klargestellt
wo das altbekannte fremd wird, eine andere welt
wo kein zug mehr fährt, wo sich nichts bewegt,
außer dem flirrenden staub in der luft.
 
dass es kühl ist, und auch der stoff ist schön rauh
dass es so frisch ist und auch die spucke schmeckt
dass es klar ist am ende klar zu sein -
ganz wieder einer, mitten im getümmel :||
 

Copyright M. Middelhauve, M. Hanses


höher drehn
 
wir rennen weiter
hinauf aufs land
wir schweben seltsam
in weißem sand
die bäume drehn sich
im schnellen licht
die augen spiegeln
in grüner gischt
wir fliegen höher
der grund ist weit
die tropfen sagen
ich bin bereit
 
wo ist die luke
wo ist der haken
wo ist der steg
 
gib mir
leine
sag mir
kleine
sag
 
zwischen den schichten
da ist noch raum
auf unsren lippen
verweht der schaum
ich dreh noch höher
am rauhen rad
es bleiben rillen
die schmecken fad
die segel spannen
dein Haar ist gelb
die gurte spannen
wir rufen help
 
wo ist das fenster
wo ist der knoten
wo ist der hammer
 
gib mir
eine
sag mir
eine
sag
 
am weiten absprung
hats nicht gelegen
die bahn sie krümmt sich
zu dünnen stegen
aus kleinen büchern
suchen wir lieder
setz dich tiefer
und sags mir wieder
ein freier sender
hat aufgegeben
sein ganzes rauschen
blieb unten kleben
 
wo ist die tür
wo ist die leine
wo ist der pfahl
gib mir
meine
sag mir
seine
sag
 
die helle spannt sich
auf unsren nasen
ich rieche weltall
mit dicken blasen
das system das wehrt sich
und schickt sirenen
wird unsre träge
zum ausgang dehnen
verteil mal gläser
die sind schön rund
die ölung trieft
in meinen mund
 
wo ist die reling
wo ist die öse
wo ist der strang
 
gib mir
steine
sag mir
keine
sag

Copyright M. Middelhauve


kleiner zucker, großes salz
 
gib mir kleinen zucker
gib mir großes salz
gib mir kurze würze
 
gib mir bitte nachricht
gib mir deinen hals
gib mir hunger noch dazu
 
gib mir kleine finger
gib mir deine hand
gib mir aus der mitte
 
gib mir deine köpfe
gib mir dafür sand
gib mir deinen ganzen strand
 
und bist du dann endlich mit dir
und pflügst durch das rote revier
dann send ich dir was von der Jagd
denn das wird ja niemals gefragt
 
gib mir großen zucker
gib mir kleines salz
ich bring dann meinen saft mit
 
gib mir keine antwort
gib mir dein geschwätz
ich hör dir ganz bestimmt fast zu
 
gib mir deine Lüfte
gib mir deinen Hauch
und atme sie knapp für mich aus
 
gib mir jetzt das gleiche
gib es mir nochmal
und gib mir danach deine Ruh'
 
und kommst du nochmal später daher
und machst mir meine augen so schwer
dann geb ich mir sauber den rest
und liege da völlig durchnässt
Copyright M. Middelhauve

wart auf die schwebe
 
du sagst - und alles wird berührt.
und du denkst - das wär' hier, das wär' hier
diese welle - die drückt uns beide hoch
doch wir suchen - noch immer in den tropfen
 
ich warte laut auf eine schwebe
wenn ich sie rufe bleibt sie in deinem mund
wenn alles ruhig wird
flüstert sie mich an
 
der eine ton - der zieht aus hundert adern
und ich suche - den klang dazu im schatten
allein - das sagst du immer wieder
lass mal - das lot in deiner tasche
 
ich warte laut auf eine schwebe
wenn ich sie rufe bleibt sie in deinem mund
wenn alles ruhig wird
flüstert sie mich an
 
wenn oben ist - wenn alles hell und bunt wird
und du drehst mit - und unten ist ein gestern
und meine spiegel - sind nicht mehr ganz allein
denn eine senke - von unten ist ein rücken
 
ich warte laut auf eine schwebe
wenn ich sie rufe bleibt sie in deinem mund
wenn alles ruhig wird
flüstert sie mich an
 
Copyright M. Middelhauve

Schwerelosigkeit
Füße nicht am Boden,
Kraft tut keine Not.
Kein unten und kein oben,
float, float, float.
Gewichte sind kein Maß mehr,
Staubkorn oder Schrot:
Everything is equal,
float float float.
 
Something makes me hover,
ich weiß nicht, was es ist.
Unten ist wie oben,
ich weiß nicht wo Du bist.
Unten scheint die Sonne,
above the sky is black.
Hauptsache ich schwebe
weg, weg, weg.
 
Schwerelosigkeit
ich fühl mich so leicht
federgleich wie nie:
weightlessnecessity
 
Schwerelosigkeit
Schwerkraft bin ich leid
keine Utopie
feeling light and free
 
ich dreh mich um mich selber,
keiner dreht sich mit.
Wie die Dinge laufen,
erkennst du nicht am Schritt.
Die Zeit, sie ist gekrümmt,
der Raum, er dehnt sich aus,
ich schweb immer weiter
bloß raus raus raus!
 
Schweben ist vergessen
darkness turns to light
Du kannst sie nicht messen:
Die Schwerelosigkeit
Dinge wollen fallen
hör, wie es zerbricht
ich schwebe nur weiter zum
Licht, Licht, Licht!
 
Schwerelosigkeit
quer durch Raum und Zeit
und dann fühlst du sie:
Zero Gravity
 
Schwerelosigkeit
sag: Bist du bereit?
komm und beug dein Knie
ich zeig Dir wie, wie, wie

Copyright M. Hanses


Aus neuerer Zeit
Hörst Du die Straße,
wie sie lockt und ruft?
Schnür Dein Bündel, komm,
draußen weht eine andere Luft,
draußen scheint die Sonne.
 
Adé, mein liebes Mädel,
fällt es auch schwer,
doch die Straße lässt uns nimmermehr.
 
Hörst Du die Straße,
wie sie lockt und schreit?
The Street is calling!
Bist Du bereit?
Hörst Du die Straße?
On the road again...
 
Komm, meine Fiedel,
wir wandern beide aus,
in die weite Welt.
Treibt uns nach Jahren die Sehnsucht nach Haus,
solang sie uns nicht hält.
 
Die Straße schon von weitem,
sie lockt und ruft,
denn hier weht eine andere Luft.
 
Hörst Du die Straße,
wie sie lockt und schreit?
The Street is calling!
Bist Du bereit?
Hörst Du die Straße?
On the road again...
Mädel in der Heimat,
weine nicht so sehr,
weil ich wandern muss.
Die Äuglein so trüb und das Herze so schwer,
Tränen nimmermehr.
 
Ich küss dich auf deinen heißen, roten Mund.
Vielleicht zum letzten Mal,
Dein Vagabund.
 
Hörst Du die Straße,
wie sie lockt und schreit?
The Street is calling!
Bist Du bereit?
Hörst Du die Straße?
On the road again...

Lied aus der Jugendbewegung der 30er Jahre, Bearbeitung: M. Hanses


wo steht das bein
 
wo steht der sinn, wenn der sonnenstaub zerflirrt?
wenn das haferspreu sich im zenit im kreise gar verirrt?
wo steht der sinn, wenn der wuchs der gräser starrt?
wenn das kleid im tanz verharrt?
 
tobende tuba,
du fährst in meinen bauch
wechseltöne mit gedröhne,
ja, genau das ist der brauch
fiebernde fiedel,
wer fängt die töne ein,
lass sie fliegen, lass sie ziehen,
sind nicht dein, nicht mein.
 
wo steht das bein, wenn der rhythmus explodiert?
wenn der schlag des herzens sich im trommelklange gar verirrt?
ja, wo steht dein haar, wenn es sich an mir verwirrt,
mich im tanze ganz verführt?
 
tobende tuba,
du fährst in meinen bauch
wechseltöne mit gedröhne,
ja, genau das ist der brauch
fiebernde fiedel,
wer fängt die töne ein,
lass sie fliegen, lass sie ziehen,
sind nicht dein, nicht mein.

Copyright M. Hanses


Wenn es dich trifft

 

Sie sah'n sich am Waldesrand
und das nur aus Zufall.
Sie kam aus gutem Haus
und er aus dem Kuhstall.

Sie suchte ein Herz
und er nur ein Weib.
Sie suchte die Liebe
und er nur irgendeinen Leib

 

Manchmal trifft es einen,
wenn man sich zufällig trifft
und wenn es dich trifft,
bist du meistens verblüfft.

 

Manchmal trifft es einen,

manchmal trifft es dich nicht

und wenn es dich nicht trifft,

bleibst du ratlos zurück.

 

Sie war guter Dinge
und er nur ein Lump.

Sie lebte von Rente,

er lebte auf Pump.

 

Seine Absichten war'n nicht gut,

ihre war'n besser.

Sie hatte frohen Mut,

er hatte ein Messer.

 

Er sah sie da stehen

und sie sah es kommen.

Er war erregt

und sie war beklommen.

 

Er grinst wie ein Affe,

sie guckt wie ein Reh.

Er zückt seine Waffe,

sie zückt ihr Pfefferspray.

 

Manchmal trifft es einen,
wenn man sich zufällig trifft
und wenn es dich trifft,
bist du meistens verblüfft.

 

Manchmal trifft es einen,

manchmal trifft es dich nicht

und wenn es dich nicht trifft,

sag dir: Du hattest Glück.

 

 

Copyright M. Hanses

 

 


Reset

 

Große Räder dreh‘n auf unscheinbaren Zähnen.

Dunkle Taten warten auf ein andres Licht.

Hörst Du nicht Voltaire, wie er von Klängen

von Trompeten spricht.

 

Deja vu. Des Phoenix harter Flügelschlag:

Er blendet uns mit Asche.

Wenn der Puppenspieler nur noch prügeln mag,

sich die Hand in Unschuld wasche.

 

Dann fängt alles von vorn an.

Der Präsident drückt dann aus vom Bett:

Reset.

 

Kleine Geister warten auf den großen Nebel.

In der Feigheit wohnt ein Unmaß an Gefahr.

Wer gebar den Lenker dort am Hebel,

der will, was niemals gut und richtig war.

 

Der Phoenix aus der Asche.

 Dem Marionettenspieler geht’s ums große Kapital.

Der die Tresore wasche.

 

Dann fängt alles von vorn an.

Der Präsident drückt dann aus vom Bett:

Reset.

 

Keine Gedanken mehr ohne Richtungspfeile.

Keine Gedanken mehr ohne blinde Wut.

Aus der Glut: Die Hysterie mit Weile,

 

an der Front des Putsches führt sie feige falschen Mut,

aus Asche hält sie Reden.

Der Marionettenspieler schreibt das Stück erneut mit Blut.

mit Knoten in den Fäden.

 

Dann fängt alles von vorne an.

Der Präsident drückt dann aus vom Bett:

 

Reset.

 

Copyright M. Hanses


irgendeine stadt

 

geht sie auf mich zu.

spult sie sich unter mir durch.

fahrtwind von dem gas herum.

häuser. schneeflocken nachts mit dem tunnel.

alles dreht sich schön mit.

 

auf dieser kugel.

ich immer oben drauf.

will runter - dreht sich mit.

will weiter - dreht sich mit.

 

bilder hinein durch die löcher in meinem kopf.

gemacht von dieser sache im gehirn.

mach mir die bilder.

sag mir wow.

gib es in die erinnerung.

er - inner - rung.

 

auf dieser kugel.

ich immer oben drauf.

will runter - dreht sich mit.

will weiter - dreht sich mit.

 

 

und immer schön füttern.

durch die löcher.

immer schön rühren den fond.

einkochen abschmecken.

mit kleinen löffeln servieren und alles daneben auf deine schöne welt

raus aus den löchern geht auch.

 

kann man mal machen raus aus den löchern.

 

auf dieser kugel.

ich immer oben drauf.

will runter - dreht sich mit.

will weiter - dreht sich mit.

 

Copyright M. Middelhauve